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„Wir schaffen das“ und „Yes, we can“ sind sogenannte Schlichtheitssätze. Sie bleiben haften wie „Ausländer raus“ oder „Dummheit siegt“, weil sie das Bedürfnis bedienen, alles sei ganz einfach. So einfach, dass wir das schaffen.

Krieg, Flüchtlinge, Kinder, Helfen, Leid

Wer mit dem „Wir“ gemeint war, erklärte Angela M. nie. Alle? Alle Deutschen? Alle Europäer? Alle Christen, Moslems, CDU-Wähler?

Unklar blieb auch, was sie mit „schaffen“ meinte. Was war zu schaffen? Integration, noch mehr Flüchtlinge, Carepakete und Plüschbären am Bahnhofsgleis reichen oder das Anwachsen weiterer verarmender Schichten in Kauf nehmen?

Und dann das „das“. Was meinte sie damit? Die Aufnahmekapazitäten, die Anzahl der Flüchtlingslager, die Bereitstellung von Wohnung und Arbeit? Kölner Sylvestergrabscher, Burkinis oder die Verstärkung des nationalen Angstgefühls?

Das Dumme an Schlichtheitssätzen ist, dass sie über eine geringe Verfallszeit verfügen. Obamas „Yes, we can“ elektrisierte die Massen, bis schnell herauskam, dass er fast keinen Wunsch umsetzen konnte. Obamas Spruch zeigt überdeutlich, dass der Traum groß, die Wirklichkeit aber erschreckend banal ist. „Yes, we can“ ist einer der größten Raubzüge aus der Welt der schönen Träume.

Und Angela M.‘s Ausspruch „Wir schaffen das“?

Festzuhalten ist, dass es ohne Angela M.‘s Ausspruch wohl kaum eine AfD in Deutschland im zweistelligen Bereich geben würde. Festzuhalten ist auch, dass die Erstarkung der Rechten in Europa einherging mit dem britischen Ausstieg aus der EU. Festzuhalten ist ebenso, dass die EU zu zerbrechen droht, weil sich viele Staaten von Deutschland nichts mehr vorschreiben lassen wollen – vor allem nicht den moralischen Impetus, wonach nur sozial und damit gut sei, der wie Deutschland unkontrolliert mehr als eine Million Menschen aufnimmt.

Von Anfang an fiel auf, dass Angela M.‘s Ausspruch mit niemandem abgesprochen, geschweige denn vorbereitet worden war. Es gab keine praktischen Notfallpläne. Es gab keine politischen Absprachen, weder im Inland noch mit den europäischen Partnern. Es war eine einseitige Erklärung einer einzelnen deutschen Kanzlerin.

Was bleibt? Die Frage fällt auf diejenige zurück, die den historischen Satz sprach. In seiner Schlichtheit beschreibt er die Schlichtheit – man könnte auch sagen: Naivität – der Kanzlerin. Denn im Grunde bleibt nur die Feststellung übrig: Wir schaffen das, vielleicht.

Angela M. hat es nicht geschafft.

© Foto:  https://pixabay.com/de/krieg-flüchtlinge-kinder-helfen-952967/

 

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